Internationale Euro-Kritiker

Wirtschaftsnobelpreisträger:

1. Prof. Joseph Stiglitz: „Die Probleme Europas sind hausgemacht und haben vier Buchstaben: Euro.“ Quelle: WiWo

2. Prof. Christopher Pissarides aus London: „Wenn die Politik nicht zu Reformen bereit ist, sollten wir darüber nachdenken, den Euro abzuschaffen“.  Quelle: WiWo

3. Der in Norwegen geborene und in Kalifornien lehrende Prof. Finn Kydland äußert in einem Interview im Oktober 2013: „Die Eurozone war wahrscheinlich von Beginn an ein Fehler.“ Mehr

4. Prof. Paul Krugman hält ein Ausscheiden Griechenlands aus der Währungsunion für unausweichlich. Quelle: Spiegel 21. Mai 2012

5. Prof. Christopher Sims, Professor für Geldpolitik in Princeton, Nobelpreisträger 2011, sagte im August 2014, die Politik in Europa habe bis heute nicht die Konstruktionsfehler des Euro in den Griff bekommen. Die Welt, 21. Aug. 2014

Weitere internationale Euro-Kritiker:

  • Prof. Allan H. Meltzer (Wirtschaftswissenschaftler an der zur Carnegie Mellon University gehörenden Tepper School of Business in Pittsburgh, USA), von der „Welt“ als „Top-Ökonom“ bezeichnet, empfiehlt die Euro-Zone in zwei Teile zu spalten. Einen für den „weichen Euro“ und einen für den „harten Euro“. Die Welt, 13. Nov. 2014
  • Beim Treffen der Wirtschaftsnobelpreisträger im August 2014 in Lindau haben sich folgende führende internationale Wirtschaftswissenschaftler sehr kritisch zu den negativen Auswirkungen des Euros auf die Wirtschaft der Euro-Zone geäußert:
    Peter Diamand, emeritierter Professor am MIT,
    James Mirrlees, Professor für politische Ökonomie in Cambridge,
    Christopher Sims, (siehe oben bei Nobelpreisträger),
    Joseph Stiglitz, (siehe oben bei Nobelpreisträger).
    Quelle: Die Welt, 21. Aug. 2014: Der Euro muss weg für Europas Aufschwung.
  • Prof. Andrew Moravcsik, der als „führender Europakenner unter US-Politologen“ bezeichnet wird, antwortet auf die Frage, ob ein Euro-Austritt Italiens und Spaniens nicht der Anfang vom Ende Europas wäre: „Nein, es wäre ein Schritt zur Stärkung der EU. Der Euro gefährdet das Projekt Europa, das überall anderswo so erfolgreich war.“ (Mai 2014)
  • Dr. Emmanuel Todd gehört laut Zeit „zu den weltweit einflussreichsten französischen Intellektuellen“. Er kritisiert die Euro-Politik massiv: „Der Euro und die Sparpolitik zerstören die Gesellschaften Südeuropas. Ihre Industrien und Eliten sind abgewandert, die Jungen dort finden keine Arbeit und bekommen deshalb keine Kinder mehr. … Für mich als Demograf ist das fast so schlimm wie Krieg, wenn Deutschland diese Leute (gemeint sind Zuwanderer) abschöpft.“ (Mai 2014)
  •  Der „neue Starökonom“ Prof. Thomas Piketty aus Paris bezeichnet laut SPON die Idee des Euro als „Währung ohne Staat“ mit dem knappen Wort „Wahnsinn“. Das Schauspiel der nächtlichen Euro-Rettungsrunden nennt er „ultimativen Wahnsinn“. (Mai 2014)
  • Focus berichtet: Auch der ehemalige EU-Kommissar Prof. Frits Bolkestein aus den Niederlanden formuliert mit deutlichen Worten seine Euro-Kritik: Der Euro war nie mehr als „jene Schlaftablette“, von der die „Schuldenstaaten lange geträumt haben“. Seinen interessanten, viele Abschnitte umfassenden Lebenslauf findet man unter Profile auf seiner Homepage. (Januar 2014)
  • Prof. François Heisbourg, hat das Buch „Das Ende des europäischen Traumes“,  geschrieben, in dem er den Euro als „Krebsgeschwür“ bezeichnet, das entfernt werden müsse, um die EU vor dem Untergang zu retten. Laut DiePresse ist Prof. Heisbourg ein „honoriger Vorsitzender des renommierten International Institute für Strategic Studies (IISS), früher hochrangiger Mitarbeiter des Pariser Außenamtes – und langjähriger überzeugter Anhänger des Euro“. (Oktober 2013)
  • Der US-amerikanische Prof. James Galbraith (University of Texas at Austin) kritisiert die Euro-Rettungspolitik in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung am 30. Juli 2013 (nicht im Internet). Erfordet einen Schuldenschnitt für Griechenland und direkte Hilfen für die notleidende Bevölkerung. Mehr
  • Prof. Theodoros Katsanevas ist Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Piräus. Er gründete im Mai 2013 die Euro-kritische Partei „Drachme – Griechische Demokratische Bewegung der Fünf Sterne“. Mehr.
  • Dr. Philipp Bagus aus Deutschland ist Professor an der Universität Rey Juan Carlos in Madrid. Er hat 2011 das Buch „Die Tragödie des Euro: Ein System zerstört sich selbst“ veröffentlicht. Hier ein Interview mit ihm.
  • Dr. Gunnar Beck lehrt EU-Recht und Rechtstheorie an der Universität London. In dem Gastbeitrag im Handelsblatt zur Euro-Rettungspoltik „Die Euro-Zone ist wie Wilder Westen für die EZB“ schreibt er im April 2013:  „Spätestens seit 2010 bricht die EU nun offen Unions- und nationales Recht.“
  • Dr. Richard Sulik, Vorsitzender der Partei Freiheit und Solidarität in der Slowakei, die 2009 gegründet wurde. Hier ein Interview vom Mai 2012, in dem er die Krisenpolitik von Frau Merkel scharf kritisiert („Mit einem Ventilator kann man kein Feuer löschen“). Er hat in Deutschland studiert und betreibt einen Blog in deutscher Sprache: http://richardsulik.blog.de/
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Euro-kritische Professoren aus Deutschland

Hier nur eine kleine Auswahl an Euro-kritischen Professoren:

Summe am 18. Mai 2014: 32 Professoren, die Liste wird laufend ergänzt. Neu hinzugekommen: Fritz W. Scharpf

Veröffentlichungen

Prof. Kai. A. Konrad, einer der „führenden Wirtschaftswissenschaftler Deutschlands“ (Zitat aus Welt) fordert im August 2013: Griechenland soll im Euro bleiben, Deutschland soll mit anderen Ländern die Eurozone verlassen. Artikel in Welt

Markus Kerber: „Revolte wird Pflicht“. Beitrag vom 7.7.2010 in WiWo anläßlich seiner Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen den EU-Rettungsschirm.

80-seitige Druckschrift des Bundesverbandes der mittelständischen Industrie über die Einführung von Parallelwährungen, mit Beiträgen der Euro-kritischen Professoren Lucke, Vaubel, Meyer, Kerber u.a.

Im Juli 2012 verfassten 172 Professoren der Wirtschaftswissenschaften einen Protestaufruf gegen die Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung. Hier der offene Brief im Wortlaut (mit Liste der Unterzeichner).

Weitere Links zu Videos und Artikeln dieser Personen finden Sie in meinem Blog Finanzdenker.de

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Geschichte der Euro-Kritik

1992  Frau Prof. Renate Ohr war Initiatorin des in der FAZ veröffentlichten Manifests der 62 Professoren gegen den Vertrag von Maastricht unter dem Titel „Die EG-Währungsunion führt zur Zerreißprobe“. 1998 war sie Mitinitiatorin eines Manifests von mehr als 160 Professoren gegen eine zu frühe Einführung des Euro. Quelle.

1995  sagte der große Denker Lord Ralf Darendorf  in einem Spiegel-Interview: „Die Währungsunion ist ein großer Irrtum, ein abenteuerliches, waghalsiges und verfehltes Ziel, das Europa nicht eint, sondern spaltet.“ Mehr

1998  Aufruf von 155 Professoren gegen die Einführung des Euro.
DIE ZEIT vom 12. Feb. 1998 

In Erinnerung ist mir auch noch Professor Joachim Starbatty aus Tübingen (siehe Professoren aus D), der auch gegen die Einführung des Euro klagte.

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Aktuelle Kritik am gescheiterten Experiment Euro

Diese Seite wird laufend erweitert, kommen Sie in einigen Tagen wieder vorbei!

  • 11. Dez. 2014: Der „Chefvolkswirt“ der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, hat laut FAZ vom 10.12.2014 die Euro-Zone als eine “ falsch konstruierte Währungsunion“ bezeichnet. Laut FAZ sagte er: „Die Kosten, die Eurozone zusammenzuhalten, sind eine verlorene Generation“. Laut Wall Street Journal lautete dieser Satz jedoch: “Es gibt keinen Zweifel daran, dass der Euro Bestand haben wird. Aber die Kosten, ihn zu erhalten, erzeugen eine verlorene Generation”.  Trotz dieser vernichtenden Analyse fügte er laut FAZ hinzu, dass das Ziel, die Währungsunion zu erhalten, die Hilfen und Transfers und selbst die „verlorene Generation“ wert seien. „Die meisten Europäer sind bereit, diesen Preis zu zahlen, um ein mehr vereintes Europa zu haben“. Ohne Kommentar!
  • 15. Nov. 2014: Prof. Allan H. Meltzer und andere führende Wirtschaftswissenschaftler wurden bei „Internationale Kritiker“ hinzugefügt.
  • 9. Sept. 2014: Focus-Redakteur Uli Dönch formuliert heute eine sehr deutliche Überschrift: „Jung, pleite, europäisch – Das Verbrechen der Versager: Die Menschen in Europa sind den Euro-Egoisten egal“. Link
  • 2. Feb. 2014: Heute habe ich die Freude, einen sehr ungewöhnlichen Euro-Kritiker aufzunehmen: Die EU-Kommission! Am 21.1.2014 meldete ihre Presseabteilung folgende Tatsache: „Ohne die Möglichkeit einer Währungsabwertung müssen die Länder des Euroraums auf die interne Abwertung (Lohn- und Preismäßigung) zurückgreifen, um wieder Kostenwettbewerbsfähigkeit zu schaffen. Diese Strategie hat jedoch ihre Grenzen und Nachteile – nicht zuletzt in Form höherer Arbeitslosigkeit und sozialer Härten – und ihre Wirksamkeit…“ Die Gemeinschaftswährung Euro bringt also Nachteile mit sich, nämlich „höhere Arbeitslosigkeit und soziale Härten“. Willkomen im Kreis der Euro-Kritiker, verehrte EU-Kommission!
  • 20. Jan. 2014:  Am 15. Januar 2014 starb der Eurokritiker und Euro-Kläger Prof. Wilhelm Hankel. Er war – nach Einschätzung der WiWo – der wohl ökonomisch profilierteste unter den Euro-Klägern. Hier der Nachruf der WiWo.
  • 27. Dez. 2013: Die Überraschung des Jahres 2013 sparte sich Frau Dr. Angela Merkel bis kurz vor Weihnachten auf: Bei einem EU-Gipfel dachte Frau Merkel laut darüber nach, unter welchen Bedingungen die „Gemeinschaftswährung zerplatzen“ könnte (Originaltext: « Tôt ou tard, la monnaie explosera, sans la cohésion nécessaire »). Bericht der taz.
  • 20. Okt. 2013: Mit Prof. Finn Kydland habe ich heute den zweiten Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften in das Menu „Internationale Euro-Kritiker“ aufgenommen.
  • 20. Sept. 2013: Das Handelsblatt veröffentlicht eine ungeschönte Darstellung der Merkel’schen Eurorettungspolitik von Dr. Gunnar Beck aus London. Nach seinen Worten „verpfändet doch so die Bundesregierung die Ersparnisse ihrer Bürger für die Rettung maroder Banken“.
  • 18. Sept. 2013: Kurz vor der Bundestagswahl wurde vor wenigen Tagen der Euro-kritische Dokumentarfilm Eupoly – Ein europäischer Alptraum (Europa-Monopoly) bei Youtube veröffentlicht. In diesem nach Angaben des Autors Jens Blecker aus Eigenmitteln finanziertem Werk kommen viele der hier genannten Euro-Kritiker zu Wort, u.a. Dirk Müller, Hans-Olaf Henkel und Dr. Marc Faber. Einige Interviews mit den Euro-Kritikern sind Auszüge aus bestehenden Videos. Dauer: 2h 21 min. (!) Link zum Film bei Youtube   Der Trailer dauert nur 5 Minuten.
  • Nicht irgendein Redakteur, nein, der Herausgeber der Zeitung „Die Welt“ Thomas Schmid persönlich positionierte sich am 29. Juli 2013 gegen das allgemein übliche Nichtbeachten oder Diffamieren der Partei Alternative für Deutschland. In seinem Kommentar „Es ist undemokratisch, die AfD vorab zu verteufeln“ führt er aus, dass es durchaus den „Idealen der Demokratie“ entspricht, wenn die Euro-Kritiker eine „legitime Stimme“ erhalten. Kommentar.
  • 17. Juli 2013  Focus berichtet über das neue Buch von Hans-Olaf Henkel „Die Euro-Lügner“. Hier drei der Lügen:
    • Die „Wir profitieren vom Euro“-Lüge
    • Die „In den USA funktioniert es auch“-Lüge
    • Die „Der Austieg ruiniert den Export“-Lüge 
  • 11. Juli 2013  Einen sehr ungewöhlichen Kommentar hat Frau Cora Stephan heute in der „Welt“ geschrieben. Unter dem Titel „Gefesselter Riese, Deutschland sitzt in der Falle“ fordert sie auf, über ein „Europa ohne Euro“ nachzudenken. Sie verschweigt allerdings, dass es schon eine Partei gibt, die darüber nachdenkt….
  • 24. Juni 2013    Ludwig Poullain, 93 Jahre,  war viele Jahre Vorstandsvorsitzender der WestLB. In seinem heutigen Beitrag für das Handelsblatt nimmt er sehr kritisch zur Euro-Krise Stellung. Der letzte Satz lautet: „Die Verhältnisse müssen sich wohl so zuspitzen, bis die Südeuropäer von sich aus erkennen, dass es ein Austritt für sie leichter macht.“ Link zum Artikel.
  • 20. Juni 2013: Auf ihrem Parteitag im Juni 2013 hat die Partei Die Linke beschlossen, trotz des „großen Konstruktionsfehlers der Europäischen Währungsunion“ für den Fortbestand des Euro einzutreten. Quelle: Focus
  • 16. Juni 2013: Euro-Kritiker in der SPD. Die meisten trauen sich nicht, ihren Namen zu nennen, schreibt die ZEIT.
  • 21. Mai 2013: Euro-Austritt: Griechische Partei „Drachme fünf Sterne“ beruft sich auf die Professoren Paul Krugmann und Hans-Werner Sinn. Quelle: dradio.de 
  • Dirk Müller, Interview vom 14. Mai 2013. FOCUS-MONEY: Gerade Politiker führen gern ins Feld, die Existenz des Euro sichere vor allem auch den Frieden.
    Müller: Das ist doch völliger Irrsinn. Haben wir denn vor dem Euro in Europa Krieg geführt?
  • Auch die Partei DIE LINKE steht den Euro-Rettungsschirmen kritisch gegenüber. Hier die Rede von Gregor Gysi im deutschen Bundestag am 18. April 2013.
  • Die Partei DIE LINKE lehnt ebenso wie die Alternative für Deutschland die schwarz/gelb/rot/grüne Poltik der Euro-Rettungsschirme ab. Sie befürwortet jedoch, wie man aus dieser Diskussionssendung zwischen Prof. Bernd Lucke und Dietmar Bartsch (stellv. Fraktionsvorsitzender DIE LINKE) entnehmen kann, den Euro ebenso wie die anderen Parteien im Bundestag: Phoenix vom 22.4.2013. Von dieser offiziellen Parteilinie ist jedoch Herr Lafontaine und Frau Wagenknecht inzwischen abgerückt. Quelle: n-tv vom 17. Mai 2013
  • Einen ungewöhnlichen Kommentar über die Hintergründe der Euro-Krise hat Philip Plickert in der FAZ am 24. April 2013 unter dem Titel „Euro ohne Illusionen“ veröffentlicht. Seine These lautet sehr ähnlich wie die der AfD: „Der Euro hat zwar einige Vorteile – doch mit dem aktuellen Währungsgebiet kann er kaum funktionieren.“ (Der Unterschied zur AfD besteht lediglich in dem Wörtchen „kaum“, hier steht bei der AfD „nicht“).
  • Der Volkswirt Dr. Heiner Flassbeck, der über flexible Wechselkurse promoviert hat, sieht die deutsche Lohnzurückhaltung nach der Euro-Einführung als maßgebliche Ursache für die Euro-Problematik. Hier ein Vortrag mit zahlreichen Diagrammen (74 min.): Video vom 20.3.2012
  • Der parteilose Börsenexperte Dirk Müller ist ebenfalls ein entschiedener Euro-Kritiker. Er kann wirtschaftliche Zusammenhänge sehr gut erklären. Hier die ARD-Talk-show „Beckmann“ vom 6. Sept. 2012, in der es neben dem Euro auch um den computerbasierten „Hochfrequenzhandel“ geht.
  • Ausserdem empfehle ich die meist regelmässig aktualisierten Twitter-Meldungen des Bündnisses Bürgerwille, siehe Twitter-Box rechts unten oder hier. Dort findet man eine Sammlung eurokritischer Presseartikel.
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